_Künstler
Statement.

 
 


<Nothing evil was lost,
Nothing good was in vain>


Arseniy Tarkovsky

  photo:Beate Glück
 

Das Wesentliche meiner Position besteht darin, dass ich die Natur in die Malerei hereinhole: Ich lasse die Stoffe, mit denen ich später arbeite, vorher monatelang im Wald verwittern. Es geht mir dabei nicht um den bloßen Effekt (die morbide Schönheit der Verwitterungsspuren), sondern darum, eine Metapher für die Aufhebung der Zeit zu schaffen, indem ich die zeitliche Bestimmbarkeit der Herstellung verwische.

Meine Bilder sind Ahnungen von Sehnsüchten und Stimmungen, von noch unformulierter, nach Fixierung drängender Erkenntnis. Ich "bemale" die verwitterten Leinwände mit auf Folie kopierten Fotografien, zerschneide, scanne sie, vergrößere und verkleinere sie, trage sie auf, produziere dabei Rissränder, Überlappungen, Disproportionalitäten ... Mit Fragmenten arbeite ich mich zur Wahrheit, zum Bild. Es ist wie das Hingehen zu meinem inneren Kern, zu dem, was Frau-Sein heißen kann. Ich benenne dieses Mysterium nicht, ich denunziere es nicht, aber ich zeige es jedem, der sehen will.

Beate Glüc
k, 2014

back